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Ratgeber · Kostenrechnung

Deckungsbeitrag berechnen: Formel, Beispiel und Bedeutung

Von Marcello Frisella · 26.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

Der Deckungsbeitrag ist der Umsatz minus die variablen Kosten. Je Stück rechnen Sie Verkaufspreis minus variable Stückkosten, für das ganze Produkt multiplizieren Sie mit der Absatzmenge. Der Deckungsbeitrag zeigt, wie viel ein Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt; erst wenn die Summe aller Deckungsbeiträge die Fixkosten übersteigt, macht das Unternehmen Gewinn.

Der Deckungsbeitrag (DB) ist die wichtigste Zahl für Preis- und Sortimentsentscheidungen. Er beantwortet die Frage: Wie viel Geld bleibt von einem Verkauf übrig, um die Fixkosten zu bezahlen? Sie berechnen ihn, indem Sie vom Umsatz die variablen Kosten abziehen.

Die Formel für den Deckungsbeitrag

Es gibt drei Varianten derselben Rechnung:

Größe Formel
Deckungsbeitrag je Stück Verkaufspreis (netto) − variable Kosten je Stück
Gesamtdeckungsbeitrag DB je Stück × Absatzmenge, oder Umsatz − variable Kosten gesamt
DB-Quote (Deckungsgrad) Deckungsbeitrag ÷ Umsatz

Das Betriebsergebnis ergibt sich daraus in einem Schritt:

Betriebsergebnis = Summe aller Deckungsbeiträge − Fixkosten

Variable und fixe Kosten richtig trennen

Die Rechnung steht und fällt mit der Trennung der Kosten. Variable Kosten verändern sich mit der verkauften Menge, fixe Kosten nicht.

Variable Kosten (steigen mit der Menge) Fixe Kosten (unabhängig von der Menge)
Material und Wareneinsatz Miete und Nebenkosten
Verpackung und Versand je Stück Gehälter in Verwaltung und Vertrieb
Zahlungsgebühren, Provisionen Versicherungen, Beiträge
Akkordlöhne, Fremdleistungen je Auftrag Abschreibungen, Leasing
Lizenzgebühren je verkaufter Einheit Software-Abos, Buchhaltung

Ein häufiger Grenzfall sind Löhne in der Produktion. Werden Mitarbeitende fest bezahlt, egal wie viel produziert wird, sind ihre Löhne kurzfristig fix. Rechnen Sie dann mit fixen Löhnen, sonst wirkt jedes Produkt rentabler, als es ist.

Rechenbeispiel: Deckungsbeitrag eines Produkts

Ein Hersteller verkauft ein Standardpaket für 89 € netto. Material, Verpackung und Versand kosten 41 € je Stück. Im Jahr werden 1.800 Stück verkauft.

Position Je Stück Gesamt (1.800 Stück)
Umsatz 89,00 € 160.200 €
− variable Kosten 41,00 € 73.800 €
= Deckungsbeitrag 48,00 € 86.400 €
DB-Quote 53,9 % 53,9 %

Jedes verkaufte Paket trägt also 48 € zur Deckung der Fixkosten bei. Bei Fixkosten von 120.000 € im Jahr müsste das Unternehmen allein mit diesem Produkt 2.500 Stück verkaufen (120.000 € ÷ 48 €), um die Gewinnschwelle zu erreichen. Mehr dazu im Ratgeber zum Break-even.

Was der Deckungsbeitrag für Entscheidungen bedeutet

Preisuntergrenze: Kurzfristig darf ein Preis nicht unter die variablen Stückkosten fallen. Im Beispiel liegt die kurzfristige Preisuntergrenze bei 41 €. Langfristig müssen alle Kosten gedeckt sein.

Zusatzauftrag annehmen oder nicht: Ein Kunde bietet 300 Pakete zu 60 € an. Wenn die Kapazität frei ist und keine zusätzlichen Fixkosten entstehen, bringt der Auftrag 300 × (60 € − 41 €) = 5.700 € zusätzlichen Deckungsbeitrag. Er lohnt sich, solange Ihre Stammkunden den Sonderpreis nicht mitbekommen und nachverhandeln.

Sortiment: Fördern Sie Produkte mit hohem Deckungsbeitrag je Engpasseinheit. Ist zum Beispiel die Maschinenzeit knapp, zählt der DB je Maschinenstunde, nicht der DB je Stück.

Rabatte: Ein Rabatt geht voll zulasten des Deckungsbeitrags. 10 % Rabatt auf 89 € kosten 8,90 €, das sind 18,5 % des Deckungsbeitrags. Um das auszugleichen, müssten Sie rund 23 % mehr Stück verkaufen (48 € ÷ 39,10 €).

Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

Die einfache Rechnung zieht alle Fixkosten in einem Block ab. Die mehrstufige Rechnung ordnet Fixkosten dort zu, wo sie entstehen. So sehen Sie, welches Produkt und welche Produktgruppe sich trägt.

Stufe Berechnung
DB I Umsatz − variable Kosten
DB II DB I − produktfixe Kosten (z. B. Spezialwerkzeug, Produktlizenz)
DB III Summe DB II einer Gruppe − gruppenfixe Kosten (z. B. Produktmanager, Messestand)
Betriebsergebnis Summe DB III − Unternehmensfixkosten

Im Beispiel kommen für das Standardpaket 6.000 € produktfixe Kosten hinzu, etwa für ein eigenes Werkzeug. Der DB II beträgt dann 86.400 € − 6.000 € = 80.400 €.

Die mehrstufige Rechnung ist besonders nützlich, wenn Sie überlegen, ein Produkt einzustellen. Fällt es weg, fallen sein DB II und seine produktfixen Kosten weg, die Unternehmensfixkosten bleiben. Ein Produkt mit positivem DB II zu streichen, verschlechtert das Ergebnis.

Typische Fehler

  • Brutto- statt Nettopreise. Die Umsatzsteuer ist kein Erlös. Rechnen Sie immer netto.
  • Fixe Kosten pro Stück umgelegt. Wer Miete auf Stückkosten verteilt, rechnet eine Vollkostenkalkulation, keine Deckungsbeitragsrechnung.
  • Rabatte und Skonti vergessen. Maßgeblich ist der Preis, den der Kunde tatsächlich zahlt.
  • Variable Vertriebskosten übersehen. Zahlungsgebühren, Marktplatzprovisionen und Versand gehören in die variablen Kosten.
  • Nur auf die DB-Quote schauen. Ein Produkt mit 70 % Quote, aber kleinen Mengen kann weniger beitragen als eines mit 30 % Quote und hohem Volumen.

Vorlage für die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

Für ein oder zwei Produkte reicht ein Taschenrechner. Sobald Sie mehrere Produkte und Gruppen vergleichen, lohnt sich eine Tabelle. Unsere mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung als Excel-Vorlage rechnet DB I bis DB III für bis zu 15 Produkte und 5 Gruppen, zeigt eine Rangfolge und warnt bei negativen Werten. Das Rechenbeispiel oben stammt aus den Beispieldaten der Vorlage. Wie Sie aus dem Deckungsbeitrag Ihre Liquidität ableiten, lesen Sie im Ratgeber Liquiditätsplanung erstellen.

Häufige Fragen

Wie lautet die Formel für den Deckungsbeitrag?

Deckungsbeitrag = Umsatzerlöse minus variable Kosten. Je Stück: Verkaufspreis minus variable Stückkosten. Die DB-Quote ist der Deckungsbeitrag geteilt durch den Umsatz.

Was ist ein guter Deckungsbeitrag?

Einen allgemeinen Richtwert gibt es nicht. Entscheidend ist, ob die Summe aller Deckungsbeiträge die Fixkosten deckt. Handel arbeitet oft mit niedrigeren DB-Quoten, Software und Dienstleistungen mit höheren.

Was bedeutet ein negativer Deckungsbeitrag?

Der Preis deckt nicht einmal die variablen Kosten. Jedes verkaufte Stück vergrößert dann den Verlust. Ein negativer Deckungsbeitrag ist nur kurzfristig und mit gutem Grund vertretbar, etwa als bewusst eingesetztes Lockangebot.

Gehören Abschreibungen in den Deckungsbeitrag?

In der einfachen Deckungsbeitragsrechnung nicht, weil Abschreibungen fixe Kosten sind. In der mehrstufigen Rechnung können Abschreibungen auf produktspezifische Maschinen als produktfixe Kosten im DB II berücksichtigt werden.

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