Für Handwerksbetriebe
Stundensatz und Angebotspreis im Handwerk kalkulieren
Wer seinen Stundensatz am Wettbewerb ausrichtet statt an den eigenen Kosten, arbeitet schnell für zu wenig Geld. Die Rechnung dahinter ist einfacher, als viele denken.
Der Stundenverrechnungssatz ergibt sich aus Lohnkosten je produktiver Stunde plus Gemeinkosten je produktiver Stunde plus Gewinnzuschlag. Entscheidend sind die produktiven Stunden: Nur Stunden, die Sie Kunden in Rechnung stellen können, tragen die Kosten.
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Kennen Sie das?
Zu viele Stunden angesetzt
Ein Geselle ist rund 2.000 Stunden im Jahr angestellt, abrechenbar sind nach Urlaub, Krankheit, Fahrten und Werkstattzeit deutlich weniger.
Gemeinkosten vergessen
Fahrzeuge, Werkstatt, Büro, Versicherungen und Ihr eigenes Gehalt müssen in jeden Stundensatz.
Material ohne Zuschlag
Material wird oft zum Einkaufspreis weitergegeben. Lagerung, Verschnitt und Beschaffung kosten aber Geld.
Rechenbeispiel
| Position | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Produktive Stunden pro Jahr | 3 Gesellen × 1.350 Std. | 4.050 Std. |
| Lohnkosten inkl. Lohnnebenkosten | 3 × 52.000 € | 156.000 € |
| Lohnkosten je produktiver Stunde | 156.000 € ÷ 4.050 | 38,52 € |
| Gemeinkosten des Betriebs | Fahrzeuge, Werkstatt, Büro, Inhaber | 180.000 € |
| Gemeinkosten je produktiver Stunde | 180.000 € ÷ 4.050 | 44,44 € |
| Selbstkosten je Stunde | 38,52 € + 44,44 € | 82,96 € |
| Stundensatz mit 10 % Gewinn | 82,96 € × 1,10 | 91,26 € |
Mit 75 € pro Stunde würde dieser Betrieb jede Stunde rund 8 € Verlust machen. Die produktiven Stunden sind ein Beispielwert; ermitteln Sie Ihren aus Arbeitszeit abzüglich Urlaub, Feiertagen, Krankheit und nicht abrechenbarer Zeit.
So hilft die Vorlage
- Zuschlagskalkulation mit Material, Fertigungslohn und Gemeinkostenzuschlägen
- Skonto und Rabatt korrekt im Hundert
- Break-even: wie viel Umsatz der Betrieb mindestens braucht
- Hinweis, wenn der Deckungsbeitrag nicht reicht
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Häufige Fragen
Wie viele produktive Stunden hat ein Geselle im Jahr?
Das hängt von Urlaub, Krankheitstagen, Fahrzeiten und Werkstattarbeit ab. Ziehen Sie von der bezahlten Arbeitszeit alle Stunden ab, die Sie keinem Kunden berechnen können. Viele Betriebe kommen dabei auf deutlich weniger als die vertragliche Arbeitszeit.
Gehört mein Unternehmerlohn in den Stundensatz?
Ja. Als Inhaber eines Einzelunternehmens erhalten Sie kein Gehalt, Ihr Lebensunterhalt muss trotzdem verdient werden. Setzen Sie ihn als kalkulatorischen Unternehmerlohn in die Gemeinkosten.
Wie oft sollte ich den Stundensatz neu kalkulieren?
Mindestens einmal im Jahr und bei jeder größeren Kostenänderung, etwa nach Tariferhöhungen oder steigenden Energiekosten.