Controlling-Lexikon
Die wichtigsten Begriffe aus Controlling, Kalkulation und Liquiditätsplanung, kurz erklärt und mit Formel. Für Geschäftsführer, Selbstständige und Studierende.
A
Abschlussquote
Anteil der abgegebenen Angebote, die zu einem Auftrag führen.
Aufträge ÷ Angebote
B
Barverkaufspreis
Preis nach Selbstkosten und Gewinnzuschlag, vor Kundenskonto und Rabatt.
Selbstkosten × (1 + Gewinnzuschlag)
Break-even-Point (Gewinnschwelle)
Absatzmenge oder Umsatz, bei dem alle Kosten gedeckt sind und weder Gewinn noch Verlust entsteht.
Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag je Stück
BWA (betriebswirtschaftliche Auswertung)
Monatlicher Bericht aus der Finanzbuchhaltung, meist vom Steuerberater, mit Erlösen, Kosten und vorläufigem Ergebnis. Grundlage für Soll-Ist-Vergleich und Kennzahlen.
C
Cashflow
Saldo aus Einzahlungen und Auszahlungen eines Zeitraums. Zeigt, ob mehr Geld zu- als abfließt.
Einzahlungen − Auszahlungen
D
DB I, DB II, DB III
Stufen der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung: DB I nach variablen Kosten, DB II nach produktfixen Kosten, DB III nach gruppenfixen Kosten.
Deckungsbeitrag
Betrag, den ein Produkt nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten beiträgt.
Umsatz − variable Kosten
DSO (Forderungslaufzeit)
Days Sales Outstanding: durchschnittliche Zahl der Tage, bis Kunden bezahlen.
Forderungen LuL ÷ Monatsumsatz × 30
E
EBIT
Earnings before Interest and Taxes: Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern.
EBITDA − Abschreibungen
EBIT-Marge
EBIT im Verhältnis zum Umsatz; zeigt die operative Profitabilität je Euro Umsatz.
EBIT ÷ Umsatz
EBITDA
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; Maß für die operative Ertragskraft.
Umsatz − Wareneinsatz − Personalkosten − sonstige betriebliche Kosten
F
Fertigungsgemeinkosten (FGK)
Kosten der Fertigung, die einem Produkt nicht direkt zugerechnet werden können, etwa Maschinen, Energie, Werkstattmiete. Werden per Zuschlag auf die Fertigungslöhne verteilt.
FGK-Zuschlag = FGK ÷ Fertigungslöhne
Fixkosten
Kosten, die unabhängig von der Produktions- oder Absatzmenge anfallen, etwa Miete, Gehälter, Versicherungen.
H
Handelsspanne
Anteil des Verkaufspreises, der dem Händler nach Abzug des Einstandspreises bleibt.
(Verkaufspreis − Einstandspreis) ÷ Verkaufspreis
Herstellkosten
Summe aus Materialkosten und Fertigungskosten eines Produkts.
Materialkosten + Fertigungskosten
K
Kalkulationsfaktor
Multiplikator vom Kostenwert zum Verkaufspreis; nützlich für Überschlagsrechnungen.
Listenverkaufspreis netto ÷ Selbstkosten (bzw. Einstandspreis)
Kontokorrentkredit
Kreditlinie auf dem Geschäftskonto, die flexibel in Anspruch genommen werden kann; meist teurer als ein Darlehen.
KPI (Key Performance Indicator)
Kennzahl, an der ein Unternehmen seinen Erfolg misst und für die ein Zielwert festgelegt ist.
L
Liquidität
Fähigkeit eines Unternehmens, seine Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen.
Liquiditätsplanung
Gegenüberstellung aller erwarteten Einzahlungen und Auszahlungen je Monat, mit dem Kontostand am Monatsende als Ergebnis.
Anfangsbestand + Einzahlungen − Auszahlungen
M
Materialgemeinkosten (MGK)
Kosten für Einkauf, Lagerung und Prüfung von Material; per Zuschlag auf die Materialeinzelkosten verteilt.
Mindestreserve (Liquiditätsreserve)
Geldbetrag, den ein Unternehmen als Puffer nicht unterschreiten will; oft die fixen Auszahlungen von ein bis drei Monaten.
P
R
S
Selbstkosten
Alle Kosten eines Produkts bis zum Verkauf: Herstellkosten plus Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten.
Herstellkosten × (1 + VwGK + VtGK)
Sicherheitsabstand
Um wie viel Prozent der Absatz unter die Planung fallen darf, bevor Verlust entsteht.
(Planmenge − Break-even-Menge) ÷ Planmenge
Skonto im Hundert
Rechenweise, bei der Skonto vom späteren Endpreis abgezogen wird; deshalb wird durch (1 − Skontosatz) geteilt statt aufgeschlagen.
Zielverkaufspreis = Barverkaufspreis ÷ (1 − Skonto)
Soll-Ist-Vergleich
Gegenüberstellung geplanter (Soll) und tatsächlicher (Ist) Werte mit Berechnung der Abweichung.
Abweichung = Ist − Soll
StaRUG
Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz. § 1 verpflichtet die Geschäftsleitung haftungsbeschränkter Unternehmen zur fortlaufenden Krisenfrüherkennung.
V
Variable Kosten
Kosten, die sich mit der produzierten oder verkauften Menge verändern, etwa Material, Verpackung, Versand.
Z
Zuschlagskalkulation
Kalkulationsverfahren, das auf Einzelkosten prozentuale Zuschläge für Gemeinkosten, Gewinn, Skonto und Rabatt aufschlägt, bis zum Listenverkaufspreis.
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