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Ratgeber · Kennzahlen

EBIT und EBITDA: Unterschied einfach erklärt, mit Beispiel

Von Marcello Frisella · 29.10.2026 · 3 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, EBIT das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Der Unterschied sind die Abschreibungen: EBIT = EBITDA − Abschreibungen. EBITDA zeigt die operative Ertragskraft unabhängig von Investitionen, EBIT berücksichtigt den Werteverzehr von Maschinen, Fahrzeugen und Gebäuden und ist für kleine Unternehmen meist die aussagekräftigere Größe.

EBIT und EBITDA unterscheiden sich durch die Abschreibungen. EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, EBIT das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, also nach Abschreibungen. Beide blenden die Finanzierung und die Steuern aus und zeigen, was das operative Geschäft verdient.

Der Artikel zeigt beide Kennzahlen in einer Rechnung vom Umsatz bis zum Jahresüberschuss und erklärt, wann welche Kennzahl sinnvoll ist.

Die Formeln

EBITDA = Umsatz − Wareneinsatz − Personalkosten − sonstige betriebliche Kosten

EBIT = EBITDA − Abschreibungen

EBT = EBIT − Zinsaufwand + Zinserträge

Jahresüberschuss = EBT − Ertragsteuern

Abkürzung Englisch Deutsch
EBITDA Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
EBIT Earnings Before Interest and Taxes Ergebnis vor Zinsen und Steuern, Betriebsergebnis
EBT Earnings Before Taxes Ergebnis vor Steuern

Rechenbeispiel: vom Umsatz zum Jahresüberschuss

Ein Unternehmen mit 1,26 Mio. € Umsatz, die Zahlen stammen aus dem Ratgeber zur Budgetplanung:

Position Betrag Marge
Umsatz 1.260.000 € 100 %
− Wareneinsatz 504.000 €
− Personalkosten 478.400 €
− Miete und sonstige Kosten 168.000 €
= EBITDA 109.600 € 8,7 %
− Abschreibungen 30.000 €
= EBIT 79.600 € 6,3 %
− Zinsaufwand 12.000 €
= EBT 67.600 € 5,4 %
− Ertragsteuern (Annahme rund 30 %) 20.280 €
= Jahresüberschuss 47.320 € 3,8 %

Die Steuerquote ist eine vereinfachte Annahme für eine GmbH; tatsächlich hängt sie vor allem vom Gewerbesteuer-Hebesatz der Gemeinde ab.

Wann EBITDA, wann EBIT?

EBITDA ist sinnvoll, wenn man Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Investitionen oder Abschreibungsmethoden vergleichen will, etwa bei Unternehmensbewertungen oder in Kreditverträgen mit Kennzahlen wie Nettoverschuldung ÷ EBITDA. Es ist eine Näherung für den operativen Cashflow vor Investitionen.

EBIT ist für die Steuerung kleiner und mittlerer Unternehmen meist die bessere Größe. Maschinen, Fahrzeuge und Software nutzen sich ab und müssen ersetzt werden. Ein Unternehmen, das nur über ein gutes EBITDA verfügt, aber sein EBIT durch hohe Abschreibungen aufzehrt, verdient auf Dauer kein Geld.

EBITDA EBIT
Berücksichtigt Abschreibungen nein ja
Unabhängig von Finanzierung ja ja
Unabhängig von Steuern ja ja
Geeignet für Bewertung, Kreditkennzahlen, Vergleich kapitalintensiver Firmen laufende Steuerung, Preise, Rentabilität

EBIT-Marge: die wichtigere Zahl

Absolut sagen EBIT und EBITDA wenig, erst im Verhältnis zum Umsatz werden sie vergleichbar:

EBIT-Marge = EBIT ÷ Umsatz × 100

Im Beispiel: 79.600 € ÷ 1.260.000 € = 6,3 %. Von jedem Euro Umsatz bleiben 6,3 Cent operatives Ergebnis. Wichtig ist der Verlauf: Sinkt die Marge bei steigendem Umsatz, wachsen die Kosten schneller als das Geschäft. Ursachen findet man meist in der Rohertragsquote oder in der Personalkostenquote.

Schwächen der Kennzahlen

  • Kein Cashflow. EBITDA ignoriert Investitionen, Veränderungen bei Lager und Forderungen und Steuerzahlungen. Für die Zahlungsfähigkeit brauchen Sie eine Liquiditätsplanung.
  • Keine Normdefinition. EBIT und EBITDA sind im HGB nicht definiert. Unternehmen „bereinigen“ sie unterschiedlich. Achten Sie bei Vergleichen auf die Definition.
  • Abschreibungen sind real. Wer EBITDA als Gewinn behandelt, unterschätzt den Investitionsbedarf.

EBIT in der BWA und im KPI-Dashboard

In der DATEV-BWA entspricht das „Betriebsergebnis“ weitgehend dem EBIT, das „vorläufige Ergebnis“ nach Zinsen und neutralem Ergebnis eher dem EBT. Das KPI-Dashboard berechnet EBIT-Marge, Rohertragsquote, Personalkostenquote und weitere Kennzahlen monatlich aus Ihren BWA-Werten, mit Zielwert, Vormonatsvergleich und Ampel. Alle Begriffe finden Sie auch im Controlling-Lexikon.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen EBIT und EBITDA?

Die Abschreibungen. EBITDA wird vor Abschreibungen berechnet, EBIT danach. Es gilt: EBIT = EBITDA − Abschreibungen.

Was bedeuten die Abkürzungen?

EBIT steht für Earnings Before Interest and Taxes, EBITDA für Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization. Depreciation sind Abschreibungen auf Sachanlagen, Amortization auf immaterielle Vermögenswerte wie Software oder Firmenwert.

Ist das EBIT dasselbe wie das Betriebsergebnis?

Im praktischen Sprachgebrauch weitgehend. Je nach Definition werden außerordentliche Posten oder Beteiligungserträge unterschiedlich behandelt. Für die interne Steuerung eines kleinen Unternehmens reicht EBIT = Umsatz minus alle betrieblichen Kosten inklusive Abschreibungen.

Welche EBIT-Marge ist gut?

Das hängt stark von der Branche ab. Vergleichen Sie Ihre Marge mit dem eigenen Vorjahr und Branchenwerten, statt mit einer allgemeinen Zahl.

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