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Ratgeber · Kalkulation

Break-even-Point berechnen: Formel, Beispiel und Excel

Von Marcello Frisella · 29.10.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

Der Break-even-Point ist die Absatzmenge, bei der der Umsatz genau alle Kosten deckt. Man berechnet ihn als Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag je Stück, also Verkaufspreis minus variable Kosten. Den Break-even-Umsatz erhält man, indem man die Fixkosten durch die Deckungsbeitragsquote teilt.

Den Break-even-Point berechnen Sie, indem Sie die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag je Stück teilen. Das Ergebnis ist die Menge, die Sie mindestens verkaufen müssen, damit kein Verlust entsteht. Liegt Ihre geplante Menge darüber, verdienen Sie Geld; liegt sie darunter, reicht das Geschäft nicht, egal wie gut sich der Einzelauftrag anfühlt.

Dieser Artikel zeigt die Formeln, ein vollständiges Rechenbeispiel, die Variante für Dienstleister und wie Preisänderungen den Break-even verschieben.

Was ist der Break-even-Point?

Der Break-even-Point (Gewinnschwelle) ist der Punkt, an dem Umsatz und Gesamtkosten gleich hoch sind. Unterhalb davon entsteht Verlust, oberhalb Gewinn.

Die Rechnung beruht auf der Trennung in zwei Kostenarten:

Kostenart Verhalten Beispiele
Fixkosten fallen unabhängig von der Menge an Miete, Gehälter, Versicherungen, Leasing, Software
Variable Kosten steigen mit jeder verkauften Einheit Material, Wareneinsatz, Verpackung, Versand, Provisionen

Jedes verkaufte Stück liefert einen Deckungsbeitrag: Preis minus variable Kosten. Dieser Betrag „deckt“ Stück für Stück die Fixkosten ab. Sind die Fixkosten vollständig gedeckt, ist der Break-even erreicht.

Die Formeln

Für die Break-even-Menge gilt:

Break-even-Menge = Fixkosten ÷ (Verkaufspreis − variable Kosten je Stück)

Für den Break-even-Umsatz gibt es zwei gleichwertige Wege:

Break-even-Umsatz = Break-even-Menge × Verkaufspreis

Break-even-Umsatz = Fixkosten ÷ DB-Quote

Die DB-Quote ist der Deckungsbeitrag im Verhältnis zum Preis. Der zweite Weg ist praktisch, wenn Sie viele Produkte verkaufen und nur mit einer durchschnittlichen Quote rechnen können, etwa im Handel.

Rechenbeispiel: Break-even für ein Produkt

Ein kleiner Hersteller verkauft ein Produkt für 80 € netto. Die variablen Kosten liegen bei 50 € je Stück, die Fixkosten bei 120.000 € im Jahr.

Größe Rechnung Ergebnis
Deckungsbeitrag je Stück 80 € − 50 € 30 €
DB-Quote 30 € ÷ 80 € 37,5 %
Break-even-Menge 120.000 € ÷ 30 € 4.000 Stück
Break-even-Umsatz 4.000 × 80 € 320.000 €
Kontrolle über DB-Quote 120.000 € ÷ 37,5 % 320.000 €

Das Unternehmen muss also mindestens 4.000 Stück im Jahr verkaufen, das sind gut 333 Stück pro Monat. Erst das 4.001. Stück bringt Gewinn.

Sicherheitsabstand: Wie viel Puffer haben Sie?

Der Sicherheitsabstand zeigt, um wie viel Prozent der Absatz unter die Planung fallen darf, bevor Verlust entsteht.

Sicherheitsabstand = (geplante Menge − Break-even-Menge) ÷ geplante Menge

Plant das Unternehmen 5.000 Stück, ergibt sich: (5.000 − 4.000) ÷ 5.000 = 20 %. Der Absatz darf also um ein Fünftel einbrechen, bevor das Jahr ins Minus rutscht. Ein kleiner Sicherheitsabstand heißt: Schon ein schwacher Monat oder ein verlorener Großkunde kann das Ergebnis kippen. Dann lohnt es sich, Fixkosten flexibler zu machen oder den Preis zu prüfen.

Break-even mit Gewinnziel

Oft reicht „kein Verlust“ nicht. Soll ein bestimmter Gewinn erreicht werden, addieren Sie ihn zu den Fixkosten:

Zielmenge = (Fixkosten + Gewinnziel) ÷ Deckungsbeitrag je Stück

Bei einem Gewinnziel von 30.000 €: (120.000 € + 30.000 €) ÷ 30 € = 5.000 Stück. Die Planung aus dem Beispiel erreicht dieses Ziel also genau.

Break-even für Dienstleister: Mindeststunden

Dienstleister verkaufen keine Stücke, sondern Stunden. Die Rechnung bleibt gleich, nur die Einheit ändert sich.

Beispiel: Ein Ingenieurbüro hat Fixkosten von 6.000 € im Monat (Miete, Software, Versicherungen, Gehalt der Assistenz). Der Stundensatz beträgt 85 € netto, die variablen Kosten je Stunde (Fahrtkosten, Lizenzen nach Nutzung) liegen bei rund 5 €.

Größe Rechnung Ergebnis
Deckungsbeitrag je Stunde 85 € − 5 € 80 €
Mindeststunden pro Monat 6.000 € ÷ 80 € 75 Stunden

75 abrechenbare Stunden pro Monat decken die Kosten. Wichtig: Gemeint sind abrechenbare Stunden. Akquise, Verwaltung und Urlaub kommen hinzu. Wer realistisch 60 % seiner Arbeitszeit abrechnen kann, muss für 75 Stunden rund 125 Stunden arbeiten. Bei Einzelunternehmern gehört außerdem der eigene Lebensunterhalt in die Fixkosten, sonst ist der Break-even schöngerechnet.

Wie Preisänderungen den Break-even verschieben

Der Preis ist der stärkste Hebel, weil er voll auf den Deckungsbeitrag durchschlägt. Im Beispiel von oben:

Szenario Preis DB je Stück Break-even-Menge Veränderung
Preis −10 % 72 € 22 € 5.455 Stück +36 %
Ausgangslage 80 € 30 € 4.000 Stück –
Preis +10 % 88 € 38 € 3.158 Stück −21 %

Ein Rabatt von 10 % verlangt also 36 % mehr Absatz, nur um wieder bei null zu landen. Diese Asymmetrie wird bei Rabattaktionen oft übersehen. Umgekehrt senkt eine Preiserhöhung von 10 % die nötige Menge um ein Fünftel. Wie Sie einen Preis von den Kosten her aufbauen, zeigt der Ratgeber zur Zuschlagskalkulation.

Grenzen der Break-even-Analyse

Die Break-even-Rechnung ist ein Modell mit vereinfachenden Annahmen:

  • Konstante Preise und Kosten. In der Realität gibt es Mengenrabatte im Einkauf oder Staffelpreise im Verkauf.
  • Saubere Kostentrennung. Manche Kosten sind gemischt, etwa Energie mit Grundgebühr und Verbrauchsanteil. Teilen Sie solche Posten grob auf, statt sie komplett einer Seite zuzuschlagen.
  • Fixkosten sind sprungfix. Ab einer bestimmten Menge braucht es eine neue Maschine oder einen weiteren Mitarbeiter. Dann steigt der Break-even sprunghaft.
  • Mehrere Produkte. Bei einem Sortiment hängt der Break-even vom Produktmix ab. Rechnen Sie dann mit der durchschnittlichen DB-Quote oder mit einer mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung.

Trotz dieser Grenzen ist die Rechnung eine der nützlichsten Fragen im Controlling: Sie zwingt dazu, Fixkosten, variable Kosten und Preis gemeinsam zu betrachten.

Break-even in Excel berechnen

In Excel reichen vier Eingabezellen: Fixkosten, Preis, variable Kosten, geplante Menge. Daraus ergeben sich alle Kennzahlen mit einfachen Formeln, etwa =B1/(B2-B3) für die Break-even-Menge. Aussagekräftiger wird es mit einer Szenariotabelle für verschiedene Preise und einem Diagramm, in dem sich Umsatz- und Kostenlinie im Break-even schneiden.

Die Vorlage Preiskalkulation & Break-even enthält genau das: Zuschlagskalkulation bis zum Listenpreis, Break-even-Menge und -Umsatz, Sicherheitsabstand, Preisszenarien und Diagramm. Sie tragen nur Ihre Zahlen ein.

Häufige Fragen

Wie lautet die Formel für den Break-even-Point?

Break-even-Menge = Fixkosten ÷ (Verkaufspreis − variable Kosten je Stück). Break-even-Umsatz = Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsquote.

Was bedeutet ein Break-even-Point von 4.000 Stück?

Ab dem 4.000. verkauften Stück sind alle Fixkosten gedeckt. Jedes weitere Stück bringt Gewinn in Höhe seines Deckungsbeitrags, jedes Stück darunter fehlt als Verlust.

Kann man den Break-even-Point auch für Dienstleister berechnen?

Ja. Statt Stück rechnet man mit Stunden oder Projekten: Fixkosten geteilt durch (Stundensatz minus variable Kosten je Stunde) ergibt die Stunden, die mindestens abgerechnet werden müssen.

Was ist der Unterschied zwischen Break-even-Point und Gewinnschwelle?

Es gibt keinen. Break-even-Point, Gewinnschwelle, Nutzenschwelle und Kostendeckungspunkt meinen denselben Punkt, an dem weder Gewinn noch Verlust entsteht.

Wie senke ich meinen Break-even-Point?

Über drei Hebel: Fixkosten senken, variable Kosten je Stück senken oder den Preis erhöhen. Preisänderungen wirken am stärksten, weil sie den Deckungsbeitrag je Stück direkt verändern.

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